Grün und Blau in die Stadt bringen: Schon im vergangenen Jahr wurde Sterkrade mit dem Start der vorbereitenden Baumaßnahmen bereit gemacht für den blau-grünen Wandel ab 2026. Die geplanten Maßnahmen für den Kanalbau sowie den klimaresilienten und städtebaulichen Umbau der Innenstadt haben die Stadt Oberhausen, die Emschergenossenschaft und die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO) im Herbst 2025 gemeinsam ausgeschrieben. Da im Ausschreibungsverfahren kein Angebot eingegangen ist, wird die Leistung nun erneut ausgeschrieben. Ziel ist es, einen Generalunternehmer zu finden, der sämtliche Arbeiten gebündelt umsetzt und im Sinne eines effizienten Bauablaufs eng aufeinander abstimmt. Auf diese Weise sollen die Einschränkungen für die Sterkraderinnen und Sterkrader während der Bauphase so gering wie möglich gehalten werden. „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Innenstadtumbau nach Abschluss der zweiten Ausschreibung und Beauftragung eines Unternehmens im September beginnen kann. Selbstverständlich werden wir Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende zeitnah über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte informieren“, betont Markus Werntgen-Orman, verantwortlicher Projektleiter bei der Stadt Oberhausen.
Zunächst verlegt die Emschergenossenschaft unter der Bahnhofstraße einen neuen Reinwasserkanal: Konkret wird das Wasser des Elpenbachs mit einem Kanal durch die Sterkrader Innenstadt geführt und damit vom Mischwassersystem getrennt. Damit erfüllt die Emschergenossenschaft die gesetzlich vorgeschriebene EU-Wasserrahmenrichtlinie, nach der alle Gewässer bis Ende 2027 in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen sind. Durch den Umbau gewinnt das Kanalnetz in Sterkrade zusätzliche Kapazitäten – ein zentraler Schritt, um den Stadtteil besser vor Starkregenereignissen zu schützen und das Überflutungsrisiko zu reduzieren. Parallel zu den Arbeiten der Emschergenossenschaft baut die WBO einen neuen Abwasserkanal.
Der Kanalbau eröffnet die einmalige Chance für weitere Umbaumaßnahmen: So wird die Stadt Oberhausen die Innenstadt städtebaulich und klimaresilient umgestalten, sodass sie sich an die sich verändernden klimatischen Bedingungen anpassen kann.
Freie Fahrt für beliebte Feste in Sterkrade
Der spätere Beginn des Innenstadtumbaus wirkt sich positiv auf die Durchführung zweier zentraler Feste in Sterkrade aus. Die Verantwortlichen für das Spiel- und Sportwochenende im April bemühen sich derzeit, die Veranstaltung wie gewohnt stattfinden zu lassen.
Die Sterkrader Fronleichnamskirmes kann ebenfalls vom 3. bis 8. Juni 2026 stattfinden – ganz ohne Einschränkungen. „Unabhängig von der Verzögerung der Baumaßnahmen haben wir uns mit allen Projektbeteiligten bereits im vergangenen Jahr abgestimmt, um sicherzustellen, dass die Kirmes auch bei einem früheren Baubeginn hätte durchgeführt werden können. Die bereits begonnenen Leitungsverlegungen zur Vorbereitung auf den Kanalbau werden von den Versorgungsträgern zu Gunsten der Kirmes pausiert, damit sie wie gewohnt und im vollen Umfang ausgerichtet werden kann. Für uns als Stadt ist es wichtig, dass die Sterkraderinnen und Sterkrader ihre Kirmes feiern können“, erklärt Dr. Thomas Palotz, Beigeordneter für Stadtplanung, Bauen, Mobilität und Umwelt der Stadt Oberhausen.
Leitungsverlegung in der Bahnhofstraße schreitet voran
Als Voraussetzung für den Start des Kanalbaus werden seit dem Herbst 2025 Versorgungsleitungen in der Bahnhofstraße neu verlegt. So hat RWW im Oktober mit der Umverlegung von Trinkwasserleitungen im Bereich Center Point Kreuzung Bahnhofstraße/Steinbrinkstraße begonnen. Dieser erste Bauabschnitt wird voraussichtlich bis Frühjahr 2026 fertiggestellt. Da auch die Leitungen für Elektro, Gas und Telekommunikation in der Sterkrader Innenstadt modernisiert werden, werden auch die Energieversorgung Oberhausen AG (EVO) sowie Telekom und Westnetz ihre Leitungen neu verlegen. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Bereich Zilianplatz bis Holtkampstraße. Im Anschluss an den zweiten Bauabschnitt geht die Leitungsverlegung im Bereich Holtkampstraße bis Center Point weiter. Der vierte Bauabschnitt in der Holtkampstraße wird je nach Bauablauf im Anschluss an den dritten Bauabschnitt oder parallel zu diesem realisiert.
Frühzeitige und umfassende Informationsangebote
Der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbetreibende wird in diesem Jahr weiter intensiviert. „Wir werden im Frühjahr zu einem Informationsformat einladen, das Raum für einen informativen und zugleich lockeren Austausch nach Feierabend bietet – gerade für Gewerbetreibende und Berufstätige, die oft nicht an den Bauzaungesprächen in der Mittagszeit teilnehmen können. Auf ihre Bedürfnisse wollen wir eingehen“, so Markus Werntgen-Orman. Das Bauzaungespräch (jeden ersten Mittwoch im Monat um 12.15 Uhr direkt an der Baustelle) informiert über aktuelle Fortschritte und anstehende Arbeiten, Interessierte können Fragen stellen und mit Projektverantwortlichen in den Austausch gehen. Das nächste Bauzaungespräch findet am 4.3. statt.
Bevor der Umbau der Bahnhofstraße im Herbst beginnt, werden Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende und Interessierte noch einmal zu einer Dialogveranstaltung eingeladen, bei der sie umfassend über Baumaßnahmen und Bauabläufe informiert werden.
Sechs Bäume werden im Februar gefällt, 68 neue Bäume kommen zukünftig dazu
Während der aktuellen Fällperiode werden am 9. Februar auf der Holtkampstraße fünf Bäume gefällt, da sie sich unmittelbar im Trassenbereich des neuen Reinwasserkanals der Emschergenossenschaft befinden. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse vor Ort sowie der Neuverlegung des Reinwasser- und Abwasserkanals ist ein Erhalt der Bäume nicht möglich. In der Gartenstraße wird ein weiterer Baum entfernt werden, da auf dem dortigen Parkplatz eine Baustelleneinrichtungsfläche vorgesehen ist. Die im Bereich des Baumes erforderliche Schleppkurve ist nicht ausreichend, um Beschädigungen am Baum sowie an den Fahrzeugen zu vermeiden. Insgesamt werden im Zuge des Innenstadtumbau in der Bahnhofstraße zusätzlich 61 neue Bäume und sieben mehrstämmige Kleinbäume für Pflanzkübel gepflanzt. So entsteht eine durchgehende Baumfolge, die das Mikroklima vor Ort verbessert und im Sommer Schatten spendet.
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